Ein Angebot der Evotec GmbH, Arnsberg

Linearachsen X, Y, Z

X, Y und Z sind die Namen dreier geradliniger Richtungen, die senkrecht aufeinander stehen. Sie bilden ein rechtshändiges Koordinatensystem: Zeigt der Daumen der rechten Hand in Richtung X und der Zeigefinger in Richtung Y, zeigt der Mittelfinger in Richtung Z. So legen es DIN 66217 und ISO 841 für die Benennung fest.

Für die Zeichnung sind die Namen Richtungen am Teil. Jede Fläche, jede Bohrung und jeder Winkel lässt sich damit eindeutig lokalisieren: „Bohrung 12 mm in Richtung Z von der Oberseite“ ist eine Angabe, die jeder Leser gleich versteht, wenn die Zeichnung sagt, welche Fläche die Z-Richtung trägt.

Welche Richtung als Z gilt, legen Zeichnung oder Modell fest, nicht die Norm. Dreht der Konstrukteur das Teil im Modell um eine Achse, wechseln die Namen der Richtungen, das Teil bleibt gleich. Deshalb gehört das Koordinatensystem an das Teil und nicht an eine Annahme über dessen Lage.

Koordinatenkreuz am Würfel Schemaskizze: Ein Würfel mit rechtshändigem Koordinatenkreuz. Die Linearachsen X, Y und Z gehen vom Ursprung aus. Um jede Achse läuft ein Drehpfeil: A um X, B um Y und C um Z. X Y Z A B C Linearachsen X, Y, Z Drehungen A, B, C Drehungen um X, Y, Z; positiv nach der Rechte-Hand-Regel
Skizze: Koordinatenkreuz an einem Würfel mit den Linearachsen X, Y, Z und den Drehpfeilen A, B, C. Schema, kein Teil aus einer Lieferung.
Achsnamen nach DIN 66217 und ISO 841 mit Art und Bezug
NameArtBedeutung am Teil
X, Y, ZLineardrei zueinander senkrechte Richtungen im rechtshändigen System
ADrehungDrehung um die X-Richtung
BDrehungDrehung um die Y-Richtung
CDrehungDrehung um die Z-Richtung

A, B und C heißen die Drehungen um X, um Y und um Z. Positiv ist der Drehsinn, den die Rechte-Hand-Regel ergibt: Der Daumen zeigt in die positive Achsrichtung, die gekrümmten Finger zeigen den positiven Drehsinn. Das ist eine Vereinbarung, die den Namen eindeutig macht, keine Aussage darüber, wie ein Teil im Einzelfall liegt.

In der Zeichnung steht der Winkel am Teil, nicht der Achsname. Ein Name wie „A“ steht für eine Drehung; das fertige Teil kommt in der Zeichnung als Winkel vor. Taucht in einem Angebot ein Achsname mit einem Winkel auf, ist die Rückfrage einfach: Auf welches Bezugselement bezieht sich der Winkel am Teil?

5-Achsen-Bearbeitung: Achsen sind Richtungen, keine Bauart

Fünf Achsen bedeuten drei lineare Richtungen und zwei Drehungen. Welche zwei der drei Drehungen A, B und C gemeint sind, spielt für die Zeichnung keine Rolle, denn sie beschreibt Winkel am Teil und keine Bewegungen.

Die Zahl der Achsen zählt Richtungen und sonst nichts. Der Begriff „5 Achsen Bearbeitung“ in einer Anfrage oder einem Angebot sagt deshalb, dass das Teil aus mehr als den drei geradlinigen Richtungen erreicht werden soll, und lässt offen, aus welchen und in welcher Reihenfolge. Das klären Zeichnung und Modell, nicht der Begriff.

Das Koordinatensystem in der Zeichnung

Ein Koordinatensystem braucht drei Festlegungen: einen Ursprung, eine Richtung für Z und eine für X. Die Richtung für Y folgt aus der Rechte-Hand-Regel. Üblich ist, den Ursprung in eine Ecke oder in die Mitte einer Bezugsfläche zu legen und die Richtungen an Bezugsflächen auszurichten.

Bemaßte Zeichnung und STEP-Modell sollten dasselbe System zeigen, sonst liest der Empfänger zwei verschiedene Teile. Das Koordinatensystem ist dabei die Schreibweise für Lagen am Teil; die Bezugselemente nach ISO 1101, auf die sich Toleranzen beziehen, sind etwas anderes und werden hier nur erwähnt, nicht erklärt.

01

Name statt Winkel

„A 35“ in einem Angebot sagt, dass um die X-Richtung gedreht wird, aber nicht, welche Fläche danach waagerecht liegt. Der Winkel am Teil, gegen ein benanntes Bezugselement, sagt es.

02

Modell gedreht

Wurde das Teil im Modell anders ausgerichtet als in der Zeichnung, bedeutet „Z“ in beiden etwas anderes. Prüfen Sie vor dem Versand, dass beide Dokumente dasselbe System zeigen.

03

Vorzeichen übersehen

Richtungen und Drehsinn haben ein Vorzeichen. Ein Winkel mit entgegengesetztem Vorzeichen beschreibt eine gespiegelte Lage, auch wenn der Betrag gleich bleibt.

  1. Ursprung benennen: an welcher Ecke oder Bezugsfläche das System liegt.
  2. Z-Richtung benennen: welche Fläche oder Kante sie festlegt, gern mit einer Skizze im Modell.
  3. Winkel am Teil angeben: mit Bezugselement, nicht mit dem Namen einer Drehung.

Quelle: DIN 66217 und ISO 841 für Achsnamen und Drehsinn; ISO 1101 für Bezüge.

Häufige Fragen

Die Richtung, die Zeichnung oder Modell als Z ausweisen. Ohne Koordinatensystem am Teil bleibt die Richtung offen (Achsnamen nach DIN 66217 / ISO 841).

Verfasst von der Evotec GmbH, Arnsberg · Stand 03.10.2026

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