3+2, angestellt, 5-seitig: wie die Begriffe zusammenhängen
Drei Wörter für verwandte Dinge: was sie unterscheidet, woran Sie sie in Anfragen erkennen und was sie für die Zeichnung heißen.
3+2: feste Lage, dann Schnitt
3+2 heißt: Zuerst stehen die beiden Drehachsen auf einem festen Winkel, dann wird in dieser Lage mit den drei Linearachsen gearbeitet. Ist die Lage abgearbeitet, folgt die nächste. Die „2“ steht für die zwei Drehungen, die nur zum Einstellen dienen, die „3“ für die drei Richtungen, in denen währenddessen gearbeitet wird.
Für die Zeichnung folgt daraus eine klare Forderung: Jede Lage braucht einen Winkel, und jeder Winkel braucht ein Bezugselement, gegen das er gilt. Steht in der Zeichnung nur „Fläche geneigt“, kann niemand daraus eine Lage ableiten. Steht dort „35° gegen Bezug A“, ist die Lage festgelegt, unabhängig davon, wie das Teil später gespannt wird.
Wie viele Lagen ein Teil braucht, ergibt sich aus der Geometrie: Jede Gruppe geneigter Flächen, die in einer Richtung erreicht werden kann, bildet eine Lage. Welche Lagen für Ihr Teil vorgesehen sind, steht im Angebot.
Angestellt: ein Winkel gegen den Bezug
„Angestellt“ ist das Wort für eine Fläche oder Bohrung, die in einem festen Winkel zur Bezugsfläche liegt und in dieser Stellung bearbeitet wird. Das Gegenstück ist die ungeneigte Fläche, die parallel oder senkrecht zum Bezug liegt.
In Beschreibungen und Angeboten erscheint dasselbe Merkmal unter mehreren Namen: „angestellt“, „indexiert“, „positioniert“ oder „schräg angestellt“. Für die Anfrage zählt keiner dieser Namen, sondern der Winkel. Er muss in der Zeichnung stehen, mit dem Element, gegen das er gilt.
Bei Bohrungen kommt eine zweite Angabe hinzu: die Fläche, an der die Bohrung ansetzt. Eine geneigte Bohrung ohne Ansatzfläche lässt offen, ob sie von oben, von der Seite oder von einer Schräge aus beginnt. Das ändert die Länge des Wegs durch das Material und damit, ob das Angebot eine eigene Lage dafür vorsieht.
| Wort im Angebot | Was in die Zeichnung gehört |
|---|---|
| angestellt | Winkel und Bezugselement der Fläche |
| indexiert | dieselbe Angabe |
| positioniert | dieselbe Angabe |
| schräg angestellt | dieselbe Angabe, bei Bohrungen mit Ansatzfläche |
5-seitig: fünf Seiten, ein Teil
5-seitig beantwortet eine andere Frage als 3+2. Es sagt, wie viele Seiten des Teils bearbeitet werden: fünf, meist alle bis auf die Seite, auf der gespannt wird. Die Aufspannseite bleibt dabei unberührt, denn auf ihr wird das Teil gehalten.
Beide Wörter schließen einander nicht aus. Ein Teil kann in drei Lagen nach 3+2 und zugleich auf fünf Seiten bearbeitet werden. 3+2 beschreibt dann die Lagen, 5-seitig die Seiten. Wer beides im Angebot findet, darf deshalb zwei getrennte Auskünfte erwarten: wie viele Lagen und welche Seiten.
Für die Zeichnung folgt ein praktischer Satz: Kennzeichnen Sie die Aufspannseite und nennen Sie die Bezugsflächen. So bleibt erkennbar, welche Seite nicht bearbeitet werden soll und woran sich die übrigen ausrichten.
5-Achs-Frästechnik: die Sprache der Verfahrensbeschreibung
Wörter wie „Frästechnik“ beschreiben ein Verfahren in Worten. In einer Anfrage oder einem Angebot lesen Sie sie am besten als Sammelbegriff und fragen nach dem, was sie für das Teil bedeuten: welche Flächen, in welchen Lagen, mit welchem Winkel gegen welchen Bezug.
Die Zeichnung ändert sich durch ein solches Wort nicht. Maßgeblich bleibt, was am Teil steht: Winkel, Bezüge, Maße. Das Verfahrenswort hilft beim Verstehen, ersetzt aber keine Angabe. Lesen Sie es wie eine Überschrift über dem, was folgt: Erst die Angaben darunter machen aus dem Wort eine Anforderung.
Woran Sie die Wörter in Anfragen erkennen
Vier erfundene Formulierungen, wie sie in Anfragen und Angeboten vorkommen, mit dem, was sie festlegen, und dem, was noch fehlt.
| Formulierung | Was sie festlegt | Was noch fehlt |
|---|---|---|
| „Teil in 3+2 bearbeiten“ | Feste Winkellagen mit anschließendem Schnitt | Zahl der Lagen und der Winkel je Lage |
| „alle Schrägen angestellt“ | Jede geneigte Fläche steht in einem festen Winkel | Winkel und Bezugselement je Fläche |
| „5-seitig, Unterseite bleibt“ | Fünf Seiten werden bearbeitet, die Unterseite ist die Aufspannseite | Bezugsflächen und gesperrte Flächen |
| „angestellte Bohrung 45°“ | Neigung einer Bohrung | Bezugselement, Ansatzfläche und Tiefe |
Die rechte Spalte ist der Teil, den ein Angebot sonst erfragen müsste. Wer sie in der Zeichnung beantwortet, spart die Rückfrage.
Fortlaufend geführt: der Verweis
Ob eine Fläche in festen Winkellagen entsteht oder mit laufend verstellter Neigung (auch „simultan“ genannt), ist eine eigene Frage für jede einzelne Fläche und nicht Gegenstand dieser Seite. Diese Fachseite erklärt den Begriff bewusst nicht weiter.
Häufige Fragen
3+2 beschreibt Lagen mit festem Winkel; 5-seitig sagt, wie viele Seiten bearbeitet werden. Beides kann zusammen vorkommen.
Verfasst von der Evotec GmbH, Arnsberg · Stand 03.10.2026
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